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Vegan, frugan, karnivor, paleo – Welche Ernährungsform passt zu Dir?

Lesezeit: 4 Minuten

Sagen wir, wie es ist: einfach nur essen ist ja langweilig heutzutage. Man muss sich schon #instagramable mit einer Ernährungsform identifizieren, um #foodporn-mäßig zu hypen. Auf keinen Fall darfst Du Deine neueste vegane Entdeckung direkt neben den Fotos vom letzten Grillevent posten – #shitstorm! Und eine Party zu organisieren, erfordert das tiefgehendes Fachwissen über Gluten, Laktose, Ovo-, Lacto-, Pesco- Specials, Low-Carb, No-Carb, Nur-Carb – und grr – Durchdrehen erlaubt.

Kein Überblick bei Ernährungsformen

Aber jetzt im Ernst: Essen müssen wir alle. Mehr oder weniger hat jeder von uns da auch so eine Idee von, wie es wohl am gesündesten, leckersten, bequemsten oder ethisch vertretbarsten sein könnte – wir wollen da jetzt auch niemandem was vorschreiben. Irgendwie gehört es aber zum guten Ton, klar zu kommunizieren, in welchem Ernährungskonzept man sich befindet und warum man genau dieses für sich entdeckt hat. Du hast noch keins? Na dann aber schnell mal lesen, welche denn zur Auswahl stehen:

 

Vegan – Tierwohl im Mittelpunkt

Genaugenommen ist Veganismus nicht nur eine Ernährungsform, sondern eine komplette Lebensweise. Veganer vermeiden alles, was in ihren Augen Tierleid verursacht. Das Töten von Tieren, um sie zu essen, steht dabei natürlich ganz oben auf der Tabuliste, aber auch Tierprodukte wie Honig, Milch, Eier oder Wolle passen nicht in ein veganes Leben. Dafür werden ebenfalls Tiere unter oft fragwürdigen Bedingungen gehalten. Viele fragen sich, was man als Veganer denn dann eigentlich noch essen darf ? Wie Maria Clara Groppler es ganz easy beschreibt: “Wasser. Ich koche es, ich backe es, ich friere es ein.”

Kritiker der veganen Ernährung weisen darauf hin, dass der menschliche Stoffwechsel eigentlich auf pflanzliche und tierische Stoffe ausgerichtet ist und diese auch braucht. Ihr größtes Gegenargument ist hier das fast nur in tierischen Produkten enthaltene Vitamin B12, welches der menschliche Körper nicht selbst herstellen kann. Es muss also künstlich zugeführt werden, wenn man langfristig keinen Vitamin B12 Mangel riskieren will.

Vegetarisch – Fleisch nein, Honig ja

Nicht ganz so streng geht es bei den Vegetariern zu. Sie wollen “nur” keine Tiere essen. Den einen schmeckt es einfach nicht, andere fühlen sich ohne Fleischkonsum gesünder und fitter und wieder andere haben gesundheitliche Gründe, tierisches Fett und Eiweiß zu meiden. Es gibt Unterformen, die genauer definieren, welche weiteren Tierprodukte konsumiert werden – was der Menüauswahl auf der Hochzeitseinladung neben gluten- und laktosefrei mittlerweile organisatorische Höchstleistungen abverlangt: Ovo-Lacto-Vegetarier erlauben Eier und Milchprodukte, oder eines davon, Pesco-Vegetarierer essen schon auch Fisch und Meerestiere.

Frutarisch – What??

Du dachtest bisher, vegan zu leben sei schon recht streng und beinhalte vielleicht auch die ein oder andere nicht so empfehlenswerte Einschränkung? Halte Dich fest, es geht noch richtig hardcore. Frutarier essen nicht nur rein pflanzlich, nein! Ihre Ernährung darf auch keine Pflanze direkt zerstören. Äh – what? Okay, kurz zur Erklärung: einen Apfel essen ist korrekt, der kommt von einem Baum, welcher durch das Essen des Apfels trotzdem am Leben bleibt und weiter Äpfel produziert. Eine Möhre aber geht gar nicht, denn wenn man die aus der Erde zieht und aufisst, dann ist die weg, also für immer. Ooookay … das ergibt auf dem Speiseplan nicht mehr so viel, da Kartoffeln wegfallen, Möhren, Kohlrabi, alle sonstigen Wurzeln, Pilze, Kräuter, Getreide und whatever ebenfalls. Hey – wenn das hier ein Frutarier liest, melde Dich doch bitte mal bei uns, wir würden gern mal mit Dir reden …

Paleo – Essen wie in der Steinzeit

Es ist ein bisschen wie in der Mode. Man muss sich schon ständig was Neues allen lassen, wenn man im Gespräch bleiben will, zur Not wird etwas Altes einfach neu interpretiert. Die wichtigste Regel dieser Ernährungsform ist, dass die verwendeten Lebensmittel bereits in der Altsteinzeit, also vor mehr als zwei Millionen Jahren verfügbar waren. Damit fallen alle industriell verarbeiteten Lebensmittel, aber auch Milch- oder Getreideprodukte schonmal weg. Statt Kristallzucker wird Honig verwendet und Fleisch wird ausschließlich in Form von Wild konsumiert. Zwar ist diese Ernährungsform bisher recht wenig erforscht, aber erste Erkenntnisse zeigen verbesserte Blutfettwerte und ein vermindertes Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Allein vom Bauchgefühl her sollte einem aber auch schon klar sein, dass der Verzicht auf stark verarbeitete und mit Geschmacksstoffen angereicherte Lebensmittel keine schlechte Idee ist. Auch Mangelerscheinungen sind bei dieser Ernährungsform so gut wie nicht nachgewiesen.

Carnivor – Carniwest, Carniwer??

Korrekterweise verwenden wir mal ab hier den Begriff “Karnismus”. Karn kommt von carnis und bedeutet Fleisch und aus diesem Wort haben vegane Hardliner ein Schimpfwort für alle gemacht, die eben solches essen. Dabei sind eigentlich Omnivore gemeint, also “wir anderen”, die eben alles essen: Fleisch, Fisch, Obst, Gemüse … Das zeigt ein bisschen, mit welchen Fronten Du auf oben besagter Hochzeitseinladung gegebenenfalls noch so rechnen darfst, wenn Du tatsächlich “Steak” ankreuzt …

Puddingvegetarierer – die ohne Plan

“Irgendwie will ich mitmachen, keine Tiere schlachten klingt doch so nett, aber muss ich jetzt etwa selber kochen und mich mit Pak Choi und Chia auskennen??” Alle bisher vorgestellten Ernährungsformen verlangen eines: Man muss sich mit ihnen auseinandersetzen. Sie haben Regeln und manchmal erzielt man gewünschte Effekte auch wirklich nur, wenn man diese Regeln einhält. Manche haben da aber irgendwie keine Lust drauf. Sie kaufen dann so Tütensuppen, Pudding und andere Fertiggerichte, die irgendwie so aussehen, als wär’ da schon bestimmt kein Tier drin. Aber ganz ehrlich – das ist gar keine Ernährungsform, nur teuer und ungesund. Naja, der Vollständigkeit halber haben wir’s mit aufgeschrieben 😜

Flexitarier: Heute so, morgen so …

Du kannst Dich nicht so richtig durchringen, für immer auf dein geliebtes Ribeye Steak zu verzichten? Gesünder und bewusster soll es aber sein und schon irgendwie weniger Fleisch? Welcome to your style! Flexitarier sind eigentlich Menschen, die zwar weiterhin auf nichts verzichten, aber trotzdem bewusster und ökologischer leben wollen. Sie reduzieren vor allem Ihren Fleischverbrauch und achten auch sonst auf nachhaltigen Konsum.

Mit der Entscheidung für eine Ernährungsform unterschreibt man übrigens keinen lebenslangen Vertrag. Wenn Du nicht genau weißt was zu Dir passt, dann probiere doch einfach ein bisschen aus! Letztendlich sollte es aber nicht nur um Deinen #instagramable Lifestyle gehen, sondern darum, wie Du Dich am ehesten fit und gesund fühlst. Du entscheidest was Dir guttut und wenn das dann auch noch anderen – sprich Tieren und der Umwelt – nutzt, na perfekt!

Ernährungsformen im Überblick

ErnährungsformDos 😀Don'ts 😕
veganPflanzen, Pilze und alle Erzeugnisse darausalle tierischen Produkte, auch Klebstoffe oder Materialien wie Leder, Seide, Wolle etc.
vegetarischLeder, Seide, Wolle, Pflanzen, Pilze … Fleisch, Fisch, tierische Erzeugnisse
ovo-lakto Eier und Milchprodukte
pescoFisch und Meeresfrüchte
frutarisch Beeren, Obst von Bäumen oder Sträuchern, Nüsse, SamenKartoffeln, Wurzeln, Pilze, Kräuter, Getreide, alle tierischen Produkte
paleoWildfleisch, Honig, Obst u. Gemüse aus Wildwuchs oder in Wildform, WurzelnMilch, Getreide(produkte), industriell verarbeitete Lebensmittel, Nutztiere
omnivorallessich Gedanken über Ernährung machen
Flexitarismusalles in Maßengemein zu Tieren oder zu unserem Planeten sein 😉

 

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